Luftwirbel traveling... Island

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Freitag 27 Oktober 2020

Zeit unterwegs von 10:30 bis 20:00 Uhr 

Zeit in Fahrt = 6:20 h

487 Kilometer

  Břeclav [CZ] → Brünn → Pilsen →  Deutschland → Sulzbach-Rosenberg [DE]

Um 7 Uhr klingelt uns der Wecker wach. Es ist frisch. Gefühlt ist die Atmosphäre im Baumwollzelt kälter als im Tatokna Tunnelzelt.

Dafür ist es umso toller, dass wir Frühstücken direkt aus dem Schlafsack können.

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Der besiedelte Streifen zwischen der Basaltküste im Norden und dem Hochland ist schmal. Alles was es an Infrastruktur gibt liegt entlang der Ringstrasse. Schon wenige Meter rechts und links der Strasse ist die Gegend nahezu unbewohnt Hierher verirrt sich nur selten ein Tourist [Stefan Loose].

Perfekt für uns.

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Das ist schon ein Traumhaftes Fleckchen Erde.

 

Gegen 10 Uhr wollen wir spätestens losfahren. Wir peilen mal 9 Uhr an. Doch zuerst geniessen wir noch einen Kaffee.

Und ein cooles Zelt :-).

Wann wohl der Mann, der abkassiert, vorbei kommt? Wir rufen auf die ausgehängte Telefonnummer an. Der Mann will gleich da sein. Er fährt bereits die Plätze ab.

Eine gute Stunde später sind wir abfahrbereit. Der andere 4x4 Camper vorne auf der Wiese ist schon weg. Ob der ohne zu bezahlen losgefahren ist? Oder ob wir „übersehen“ wurden? Wir rufen nochmals an, denn so langsam müssen wir wirklich aufbrechen. Diesmal meinte der Mann, er sei doch schon durch und hat alle abkassiert. Wo wir denn stünden? Er ist in 5 Minuten da.

Und so ist es denn auch. Mit einer riesen Staubwolke hinter sich herziehend fährt er uns entgegen.

1700 ISK (11 €uro) pro Person.

Kurz nach 10 Uhr sind die Formalitäten erledigt und wir können mit einem guten Gewissen fahren.

Zwischen hier und Akurery liegen nur 10 KM Luftlinie. Über die 1er, sprich durch einen Tunnel (20 Kilometer) oder oben drüber (wahrscheinlich sogar ein Schotterpass), aber um das herauszufinden bleibt keine Zeit. Wir fahren durch den Tunnel, der übrigens für Vierrädrige Fahrzeuge kostenpflichtig ist.

Eine halbe Stunde später erreichen wir Akurery. Perfektes Timing. Das Testcenter finden wir auf Anhieb. Mit unserem QR-Code von der Polizei funktioniert die Anmeldung sogar easy. Sowas erstaunt mich dann doch wieder. Wir bekommen ein Röhrchen in die Hand gedrückt und müssen uns anstellen.

Stäbchen Nummer 1 wird in den Rachen gesteckt. Das andere versuchen man mir bis ins Hirn hoch zu stechen. Es tut richtig weh. Es schmerzt und drückt mir die Tränen aus den Augen. Ich will nicht mehr, aber der Mann stochert weiter und noch tiefer. Ich muss mich an die Wand stellen, damit ich nicht ständig mit dem Kopf nach hinten nachgeben kann.

Ich habe echt ein Problem mit so was! Wenn dieses Virus so leicht übertragbar ist, wie überall Angst gemacht wird, dann braucht man das doch wirklich nicht im Hirn zu suchen? Dann müsste doch ein Abstrich der vorderen Nasenschleimhäute völlig ausreichen.

Auch die Frau, welche bei Martin die Proben entnahm, war nicht sanfter.

Wenn wir es ganz genau nehmen würden, so müssten wir jetzt, nach dem dritten Test, wieder zurück in unsere Quarantäneunterkunft. Das tun wir natürlich nicht. Zum einen haben wir dort ausgecheckt und zum anderen… Naja, ich drück es mal so aus: Nicht Querdenken, sondern selber denken. Natürlich verfolgt uns ein wenig ein komisches Gefühl, denn was wir tun ist eigentlich nicht richtig. Richtig vielleicht schon, aber nicht erlaubt. Schade, dass einem solche Sachen echt ein bisschen die “Freude“ nehmen. Aber eben – wir sind selber schuld – wären wir geimpft, wäre alles easy und kein Problem. So müssen wir halt noch bis zum Ergebnis morgen mit der „Sorge“ leben.

Wie auch immer, Hauptsache schnell weg von hier. Nicht dass wir noch auffliegen ;-). Wir fahren auf die 82 Richtung Norden und steuern die Halbinsel Tröllaskagi, fern ab der Ringstrasse an.

Ausser kahle Berge, Schluchten und Fjordfeeling gibt’s hier tatsächlich nichts. Die Strasse ist asphaltiert und fährt sich gut.

Spannend ist die Fahrt durch den Ólafsfjarðargöng, auch Múlagöng genannt. Ein 3 Kilometer langer, einspurig und nur sehr spärlich beleuchteter Tunnel.

Wer auf der Seite fährt, auf der sich durch ein „M“ kenntlich gemachten Haltebuchten befindet, der muss ausweichen, bzw. rückwärts zur nächsten Bucht zurückfahren.

 

Vor der Eröffnung des Tunel (1991) blieb nur die Fahrt auf einer gefährlichen Strecke auf 200m Höhe um den Ólafsfjarðarmúli.

Fahrbar ist diese nicht mehr, da wohl grosse Abschnitte fehlen. Ich kanns nicht beurteilen. Als wir durch den Tunnel fuhren kannten wir seine Geschichte noch nicht. Spürten aber tatsächlich, dass er irgendwie „speziell“ ist.

Das YouTube Filmchen von „Just Icelandic“ finde ich von daher ganz interessant, und gut gemacht.