Luftwirbel traveling... Island

Ein kleines, leicht übersehbares Schild weisst auf einen Campingplatz hin. Der Abzweig zum Campingplatz, den ich gestern über Internet rausgesucht habe, liegt noch ungefähr 2 Kilometer entfernt. Während wir überlegen, ob wir hier oder doch gleich zum anderen sollen, biegt ein 4x4 Camper ab und fährt die Gravelroad hoch. Na los – nichts wie hinterher. Vielleicht ist das ja ein Geheimtipp. Die Wellblechpiste führt an einem Fluss entlang. Rechts und Links tauchen immer wieder Stellplatznieschen auf. Vorne mit Strom – weiter hinten solche ohne.

Es ist nicht wie auf einem „normalen“ Campingplatz, wo alle irgendwie auf einer Wiese durch Hecken getrennten Stellplätze stehen. Die Plätzchen sind echt hübsch und grosszügig im Wald verteilt. Da wir aber auch nirgends eine Rezeption oder ähnliches gesehen haben, fragen wir den 4x4 Camper, wie das hier läuft. Einfach irgendwo hinstellen. Abkassiert wird dann Morgens. OK-das ist ja einfach. So fahren wir in eine der Nieschen auf der Flusseite. Wunderschönes Plätzchen. Abgelegen Einsam. Der ganze Platz ist so weitläufig – hier hat man immer seine Ruhe. Ein wirklich perfekter Geheimtipp und sehr sehr empfehlenswert.

Auch wenn die meisten Touristen Island wegen der unberührten Natur bereisen, so geht es dabei meist nicht um Bäume. Island ist heute nur zu etwa 2% von Wald bedeckt.

Dass wir uns gerade mitten in einem der grössten Waldgebiets von Island, im Vaglaskógur (65°42'52.9"N 17°54'03.5"W) befinden, wird uns auch erst bewusst, als wir bereits mitten drin stehen.

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Sanitäranlagen gibt es in den Nieschen verteilt. Die, die uns am nächsten liegt ist in einem TOP Zustand und sauber.

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Noch bevor wir das Zelt aufbauen testet Martin die Temperatur des Wassers. Ich bleibe lieber in meinen Stiefel und übe mich im Umgang mit den Neutraldichte-Filtern. Für die Verwendung vom ND Filtern ist das Stativ unerlässlich, denn ich komm auf eine maxmal mögliche Belichtungszeit von 60 Sekunden. Versuch das mal Still zu halten. Die Bilder die entstehen sind super - es macht richtig Spass zu fotografieren. Aber eben, unterwegs mal kurz eben so zu "knipsen" ist mit den ND-Filtern nicht Möglich. Und ich will ja auch nicht bei jeder Pinkelpause das stativ auspacken, ausrichten und Einstellungen suchen. Jetzt nehm ich mir die Zeit.

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Es ist übrigens 16:30 Uhr. Um 9:45 sind wir los gefahren. Die reine Fahrzeit betrug 4:04 Stunden. Wir haben alles richtig gemacht. 200 Kilometer sind für uns eine wunderbareTagestour. Bis nach ‚Akureyri sind es ab hier 21 Kilometer. Das sollten wir Morgen locker bis 11 Uhr schaffen ;-).

So, und nun bauen wir bei Tageslicht und ohne Stress unser neues Baumwollzelt auf. Ich bin mir sicher, bis wir Island wieder verlassen sitzen die Handgriffe und das Winnetou steht Ruckzuck.

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Für all diejenigen, die mit Ihrem Camper gerne in Reih und Glied auf irgendwelchen durchnummerierten Stellplätzen stehen, ist das hier nichts. Für uns ist es ein Lottogewinn, ein Wohlfühlort.

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Auch unsere zwei kleinen Schlanghornbaby haben einen Schlafplatz im Winnetou gefunden. Gute Nacht

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Campingplatz im Waldgebiet

Vaglaskógur

 

2 Personen im Zelt + Motorräder

= 3400 ISK = 22,60 € = 11,30 € pro Person

 

Duschen? keine Ahnung.

 

 

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