Luftwirbel traveling... Island

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Im Norden, abseits der Ringstrasse, ist nicht mehr viel los. Wenn wir dort auf einen Parkplatz mit mehr als drei Autos stossen, dann muss es da was zu sehen geben.

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Hvítserkur – Die, von einem schwarzen Sandstrand aus sichtbare, 15 Meter hohe Basaltinsel in Form eines Nashorns. Wikipedia sieht im Felsen einen Troll und Icelandroadgide schreibt: „Drei durch die Brandung geschaffene Löcher geben dem Felsen das Aussehen eines Ungeheuers auf drei Beinen".

Der beliebte Nistplatz von Dreizehenmöwen und Eissturmvögeln ist in so ziemliche jedem Reiseführer zu finden. In der Realität sieht das Nashorn, oder was auch immer, noch viel hübscher aus.

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Hier kämen Stativ und ND-Filter super zum Einsatz. Himmel-Wasser-Steintier. Es gibt im Netzt auch unheimlich gute Fotos. Wir jedoch knipsen lediglich ein paar Bilder und freuen uns über unsere erste richtige Touristenattraktion. Ja, kaum zu glauben, wir sind seit 6 Tagen in Island und das ist effektiv unsere erste richtige Attraktion (ich zähl mal Grabhügel und Torfkirche nicht mit). Cool . Das muss uns erst Mal jemand nachmachen. Und nichtsdestotrotz, für uns waren die ganzen einsamen und abgeschiedenen Nordfjorde Highlights für sich, die wir nicht missen wollten.  

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Jetzt aber auf zum nächsten „Spot“, den Robben.

Kaum losgefahren entdecken wir, bei einem einzelnen Häuschen ein Schild, dass es hier von Hand gestrickte Pullover und Schals zu kaufen gibt. Sowas gefällt uns. Doch ein Zettel an der Tür lässt uns direkt wieder aufs Motorrad steigen und weiterfahren. 10 Minuten wollen wir hier nicht warten. Und wer weiss, wie lange es dann effektiv dauert.

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Also, auf zu den Robben

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Hier müssten es rechts zu den Seehunden abgehen. Doch wir werden enttäuscht. Aus (für uns zumindest) nachvollziehbaren Gründen ist der Robbenplatz am Kapp geschlossen.

Eine Folge des Overtourism?

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Wenn der Tourist Segen und Fluch zugleich ist.

Der Tourismus war für Island nach der schweren Finanz- und Bankenkrise ein Lebensretter. Das Land war 2008 am Boden – doch es war erstmals auch für Normalbürger als Ferienziel erschwinglich. Cleveres Marketing und ein gezielter Ausbau der touristischen Infrastruktur folgten.

Island durchlebt seit einigen Jahren einen unvergleichlichen touristischen Boom. Der Hype um Geysire, Wasserfälle und Gletscher blieb aber nicht ohne Folgen. Seit 2010 hatten sich die Besucherzahlen binnen acht Jahren verfünffacht. Rund zwei Millionen Touristen besuchten 2019 die Insel. Zu viel für das kleine Land? Das werden wir uns noch öffters fragen.

Quellen:

https://www.travelnews.ch/destinationen/7095-island-der-overtourism-wird-langsam-zum-problem.html

https://reisenexclusiv.com/wie-island-nachhaltiger-werden-will/

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Ob das wegbleiben der Robben nun wirklich etwas mit den Menschenmassen zu tun hat? Kann sein – Wir wissen es nicht. Vielleicht leistet auch die Klimaveränderung Ihren Beitrag dazu. Oder die Überfischung oder Verschmutzung der Weltmeere.

Trotzdem sehr Schade, habe mich doch schon so auf die Tiere in freier Natur gefreut.

Wir fahren weiter, um das Kap herum und auf der Westseite wieder südwärts.

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Plötzlich entdecken wir ein Schild mit Seehunden. Wow, das wäre ja cool. Wir parken die Motorräder auf dem Parkplatz und folgen dem Trampelpfad zu Fuss.

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Sollte es dort auch keine Seehunde geben, so hätten wir auf dem Weg zumindest ein paar Vögel entdeckt.

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