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Luftwirbel traveling... Island

Donnerstag 09.09.2021

Zeit unterwegs von 10:15bis 15:20 Uhr 

Zeit in Fahrt = 2:29 h

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84 Kilometer

  Steinstaðaskóli → F752 → Laugafell

Sonnenschein begrüsst uns. Herrlich.

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Alles aus dem Zelt auf den Tisch räumen und ordnungsgemäss in den Koffer verstauen. Eine gewisse Grundordnung ist wichtig, weil sonst findet man einfach nichts.

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Für unser heutiges Vorhaben muss Luft aus den Reifen. Die Alp darf sich vorne mit 1.5 bar und hinten 1.8 bar in den Heidenau´s zufriedengeben.

Kurz nach 10 Uhr erwachen die zwei Einzylinder zum Leben.

 

Die ersten 14 KM sind befestigt. Dann folgt eine kleine Haltebucht mit Informationsschilder, welche uns darauf hinweisen, dass, wenn wir hier weiterfahren die Zivilisation verlassen und ins Hochland gelangen.

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Was erwartet uns im Hochland? Alles, nur kein Asphalt.

 

Hochlandpisten sind mit einem F- gekennzeichnet. All die schönen Schotterpisten, welche wir bis jetzt an der Nordküste zurückgelegt haben, sind keine F-Strassen, sondern einfach "nur" unbefestigte Strassen.

Auch hier werden wir die nächsten 35 Kilometer noch auf der 752 (eine wunderschöne unbefestigte Piste) zurücklegen, bevor sie in die F752 übergeht.

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Eines der Schilder weist darauf hin, dass F-Strassen nur mit einem geländegängige Allradfahrzeug befahren werden dürfen.

Text vom Schild:

Lieber Autoverleihkunde / Reisender

Bitte beachten Sie, dass Autofahren im Hochland (d.h. auf Strassen, die auf öffentlichen Landkarten als F-Strassen gekennzeichnet sind) nur mit Jeeps mit Allradantrieb (4x4) erlaubt ist, und nicht mit PKWs, weder mit Front- oder Heckantrieb (2wd) noch mit Allradantrieb (4wd).

 

PKWs ins Hochland zu fahren kann gefährlich sein und ist streng verboten. PKWs, die ins Hochland gefahren werden, haben keinen Versicherungsschutz, und ihre Verleiher können entsprechend dem Verleihvertrag mit Geldstrafe belegt werden. Autoverleihkunden haften für alle Schäden an PKWs, wenn sie ins Hochland fahren oder in andere Gebiete, die für PKWs nicht erlaubt sind.

 

Beachten Sie, dass keine Versicherung Schäden an der Unterseite/Chassis des Autos deckt oder Schäden, die durch Fahren über Flüsse verursacht werden.

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Das Hochland ist das grösste Wüstengebiet Europas. Tausende Kilometer nicht als Kies, Lavasteine und Lavasand inmitten bunter Berge. Aus der noch immer aktiven Erde ragen Vulkane und gletscherbedeckte Gebirgskuppen.

Auch Schneefelder können im Sommer auf der Piste liegen und sollten auf keinen Fall einfach umfahren werden. Entweder drüber, wenn es die Umstände, das Fahrzeug und das fahrerische können erlauben oder Umdrehen.

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Das verlassen der vorgegebenen Piste ist strengstens verboten und wird – zurecht – mit hohen Geldbussen bestraft. Solche Flyer entdeckten wir schon auf der Fähre und sie liegen auf Campingplätzen, Tankstellen und vielen weiteren Orten auf. 

Eines der Schilder erklärt warum:

Warum darf man nicht abseits der Strassen fahren? Schäden in der isländischen Landschaft können nur sehr mühsam verbessert werden. Island liegt am Polarkreis, die Wachstumszeit der Pflanzen ist kurz und es kann Jahrzehnte dauern bis die beschädigte Vegetation sich erholt hat.

 

Das Erdreich in Island ist vulkanisch und deshalb sehr locker. Fahrzeugräder sinken leicht in den Erdboden und es entstehen Spuren, sie das unberührte Land verunstalten. In der Regel werden Räderspuren zu Wasserkanälen und dadurch wird die Bodenerosion und die Schäden noch verstärkt.

 

Die Landschaft im Hochland ist offen und der Horizont ist weit. Jede Landschaft hat ihren besonderen Charakter und Räderspuren stechen ins Auge in der natürlichen Landschaft. Fahrspuren ausserhalb der Strasse haben auch Anziehungskraft für andere Fahrer und ermutigen auch sie zum Fahren ausserhalb der Strasse. Die Nutzung motorisierter Fahrzeuge ist abseits der Strassen untersagt.

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Die meisten Flüsse im Hochland sind nicht überbrückt und sind auf der Karte mit einem blauen V gekennzeichnet. Das heisst, man muss sie Furten. Furten nennt man das durchqueren von Gewässern. Dazu sollte man ein paar „Grundregeln“ berücksichtigen.

 

Einen sehr kurzweiligen und spannenden Bericht mit Tipps zum furten von Flüssen schriebt das Offroad- und Reisemagazin MATSCH&PISTE

​Ein kleiner Ausschnitt:

Fluss ist nicht gleich Fluss. Gerade auf Island müssen Offroad-Fahrer zwischen normalen Flüssen und Gletscherflüssen unterscheiden. Gletscherflüsse sind durch ihre milchige Färbung leicht zu identifizieren. Oft ist ihr Untergrund nur schwer bis gar nicht zu erkennen und ihre Tiefe nicht einschätzbar. Was jeder Fahrer außerdem wissen sollte: Durch das Schmelzwasser können Gletscherflüsse im Laufe des Tages unterschiedliche Wasserstände haben. In der Regel führen sie vormittags weniger Wasser, deshalb sollten Gletscherflüsse am besten morgens überquert werden.

 

Aber auch nach Regentagen steigt der Wasserpegel markant an und die Furt vom Vortag schwillt schnell zum unüberwindbaren Hindernis.

 

Vor dem Furten ist es zwingend notwendig, sich zunächst einen Überblick zu verschaffen. Wo fahre ich rein, wo fahre ich wieder raus? Flüsse ändern ihren Lauf und Reifenspuren können in die Irre führen. Nach dem ersten kurzen Abschätzen geht es ans Eingemachte: das Prüfen der Tiefe und Beschaffenheit des Untergrundes.

Auf der sicheren Seite ist letztendlich nur derjenige, der den Fluss zunächst durchwatet. Als grobe Faustregel gilt: Traue ich mich nicht einen Fluss zu durchwaten, sollte ich ihn auch nicht durchfahren.

Im Zweifel umdrehen oder auf ein anderes Fahrzeug warten. Im besten Falle fährt das andere Fahrzeug vor oder aber man kann sich gegenseitig helfen. Eine Seilwinde alleine ist in Island, ohne Bäume, kein geeignetes Bergungsmittel bei der Selbsthilfe. Es benötigt in der Regel mindestens ein anderes Fahrzeug, um das steckengebliebene Allrad zu bergen.

 

Routinierte Flussdurchquerer können “Furten lesen” und Rückschlüsse anhand der Wasseroberfläche ziehen. z.B. sind ruhige Stellen meist tiefer. Leicht gekräuselte dagegen oftmals seichter.

Auch ist die kürzeste Strecke durch ein Gewässer ist nur selten die beste. Dort wo der Fluss am breitesten ist, ist die Wassertiefe und die Fließgeschwindigkeit am geringsten. 

 

Soviel zur Theorie. Ob wir das in der Praxis anwenden können, wird sich zeigen.

Ein Ratschlag, auf den man immer wieder stösst: Sich bei anderen Fahrern, die einem entgegenkommen, oder die man in Hütten antrifft, nach der Tiefe der Furten zu erkundigen. Aber Achtung: Niemand warnt Motorradfahrer (und Velofahrer) von den Aussagen eines 4x4ler. Wir werden Heute unsere Erfahrung machen. In so einem Geländewagen sieht halt vieles harmloser aus.

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Je nach Witterungsverhältnissen und Zustand der brückenlosen Flüsse sind F-Strassen nur 2-3 Monate im Sommer befahrbar.

Auskünfte über die Straßenverhältnisse bieten das isländische Straßenverkehrsamt (www.road.is)

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Das „Trackbook Island (85 Highlands Adventures)” bezeichnet die Route F752 als Advance.

 

Der Offroad-Reiseführer MDMOT schreibt, dass es drei Furten kurz nach Laugafell zu queren gibt (für uns kurz vor Laugafell*). Auf dieser Route ist die „Einsamkeit“ der einzige Begleiter.

*Warum die alle die Route andersrum fahren, werden wir heute noch er"fahren". Man erinnere sich an die Theorie, dass Schmelzwasserflüsse am Vormittag deutlich weniger Wasser führen.

Bereit für die Skagafjörður Route? Ja. Bereit.

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