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Luftwirbel traveling... Karpaten

Reisetagebuch
Karpaten

Ob wir noch Lust hätten, uns ein ukrainisches Museum der Völkerkunde anzuschauen. Ja Klar. Und schon machen wir uns auf den Weg dorthin. Zu Fuss.

Zu Zeiten der Sowjetunion war „Reich“ sein verboten, erklärt uns Oksana. Wer sich ein mehrstöckiges Haus leisten konnte, galt als Reich. Folglich durfte man nur ein einstöckiges Haus bauen bzw. besitzen. Da das Dachgeschoss nicht als Stockwerk galt, bauten sich die Menschen das Dach zum Wohnraum aus.

Ganz viele der Häuser hier sind tatsächlich nicht höher als das Erdgeschoss mit einem grossen ausgebauten Dach. Jetzt wo sie uns darauf aufmerksam macht, hat das sogar was. Wir werden uns nun noch mehr darauf achten.

Von aussen sieht das Ethnographische Museum [Музей Хата-Гражда. Фільм «Тіні забутих предків»] gar nicht aus wie ein Museum, eher wie eine restaurierte Hütte (Bild oben).

 

Die Tür steht offen. 

Oksana zeigt uns jeden Raum und erklärt ganz vieles.

So was haben wir noch nie gesehen. Ein Kaminabzug, welcher nicht nach draussen, sondern lediglich in den Nebenraum führt. Muss das so sein? Ja, denn zu Sowjetzeiten waren  Kaminabzüge, die man von aussen sah, auch irgendwie verboten. Durch diese Bauweise konnte man es sich zumindest in einem Raum des Hauses gemütlich warm machen. 

Irgendwann taucht eine alte Frau auf und möchte Eintrittsgeld. 30 UAH (1.09 €) pro Person.

Luba und Oleksii waren gestern Nacht in einem SPA. Am Frühstückstisch erzählten Sie uns, wie sie um Mitternacht in einem Kegelförmigen Bad mit dampfendem Wasser sassen und die Sterne beobachteten. Darunter ein Feuer, welches das Wasser aufheizt. Da Martin und ich „offen für fast alles“ sind, rief Oksana auch gleich an und wollte für uns reservieren. Doch für heute Nacht ist schon alles Ausgebucht.

 

Unweit des Museums gibt es noch ein andres SPA. Kurzerhand schauen wir da vorbei.

Oben: Das Bad.

Unten: Das Abühlbecken.

Leider ist es für heute Nacht auch schon ausgebucht. Der geschäftstüchtige Mann bietet uns an, dass er es auf 17 Uhr für uns aufheizen würde. Wir lehnen dankend ab. Wenn, dann richtig. Nicht mitten am Tag bei T-Shirt-Temperaturen und Sonnenschein. Das ist nicht das gleiche wie in einer sternenklaren Nacht im dampfenden Wasser zu sitzen.

 

Die Bezeichnung SPA –sanus per aquam – kommt aus dem lateinischen und bedeutet so viel wie Gesundheit durch Wasser.

Das ist aber nicht alles, was die Gegend hier zu bieten hat.

 

Schon mal was von "Schlafen auf dem Bienenstock" gehört? Wir bis eben auch nicht. 

 

Bienenzucht hat in der Ukraine eine lange Tradition.

Die fleißigen Insekten werden jedoch nicht nur zur Honigproduktion eingesetzt, sondern auch zur Behandlung zahlreicher Krankheitsbilder. Der Oberbegriff hierfür ist die sogenannte "Apitherapie“.

Nebst der Therapie mit Bienengiften und weiteren Bienenprodukten gibt es auch die Methode: Schlafen auf dem Bienenstock.

 

Der SPA-Besitzer möchte uns sein “сон на бджолах“ zeigen. Es liegt direkt neben dem SPA.

Aussen am Häuschen (links) befinden sich die Ein- und Ausflugsöffnungen, durch welche die Insekten zu den Bienenstöcken, welche sich unter dem dem Bett befinden, fliegen können.  

Im Holz unter der Matratze hat es Löcher, so dass die Schwingungen, die Wärme, der Duft von Propolis, Bienenwachs und unbelassenem Honig und das Summen der Bienen, wenn sie ihren Necktar fächeln, Ihre volle Wirkung auf den Menschen entfalten können.

 

Abgegrenzt durch ein Gitternetz hat man dabei keinen direkten Kontakt mit den Bienen.

Zudem wirkt sich der Aufenthalt in einem Raum voller Bienen vibro-akustisch aus, so nehmen die mechanischen Schwingungen, die von umherschwirrenden Bienen erzeugt werden, einen entspannenden Einfluss auf den menschlichen Körper.

 

Da wir schon bei Oksana einquartiert sind, und da auch bleiben möchten, lehnen wir ebenso dankend ab. Als er irgendwann erwähnt, dass er den Honig auch verkauft, da stösst er bei uns auf Interesse. Ein Glas Honig kaufen wir ihm wirklich sehr gerne ab.

500 Gramm kosten 175 UAH (6,33 €). Ein schönes und vor allem leckeres Andenken. Darüber freuen wir uns.

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