




Donnerstag 12.09.2019
Zeit unterwegs von 11:45 bis 16:30 Uhr
Zeit in Fahrt = 3:06 h
Hohe Tatra [SK] → A3 → Snina [SK]
195 Kilometer

Luftwirbel traveling... to Pyrenees
Reisetagebuch
Camargue - Pyrenäen oriental
1½ Jahre später
Seit dem Schädelhirntrauma ist schon über ein Jahr ins Land gestrichen. Die Kopfschmerzen jedoch begleiten mich noch immer. Sie sind nicht mehr so stark, aber sie sind da und beeinträchtigen mich mal mehr und mal weniger. Vor drei Wochen hätte ich an dieser Stelle noch geschrieben; Meist täglich.
Der Neurologe geht davon aus, dass die Halswirbelsäule für die Kopfschmerzen verantwortlich ist. Ja, kann gut sein, wenn man sich mal die Energie vorstellt, welche in so einem Moment auf dieses zerbrechliche Konstrukt wirkt.
Ich weiss nur mit Sicherheit, dass ich vor dem Unfall selten bis nie Kopfschmerzen hatte und seit jenem Aufprall ständig.
Ich bin jedoch sehr optimistisch, dass ich das Kopfweh irgendwann besiegen werde. Ich bin dran, und ich werde eins nach dem anderen versuchen, bis ich es in den Griff bekomme. Nicht einfach mit Schmerztabletten „betäuben“, sondern ich werde eine Methode finden, die mir gut tut.
Den Absatz oben schreibt sich einfach, doch so einfach ist es nicht immer. Mit allem was man ausprobiert redet man sich auch ein, DAS ist es jetzt... vorallem wenn es anfangs besser zu werden scheint doch dann erbringt die Methode nicht die gewünschte anhaltende Besserung.
So fragt man sich manchmal: Muss ich mich doch damit abfinden und lernen mit dem teils nur lästigen, und teils doch starken Schmerzen zu leben. Mich zu arrangieren? Spricht an Tagen wo ich weiss, dass ich Abends noch fit sein MUSS gleich bei den ersten Anzeichen Tabletten schlucken und an anderen Tagen es irgendwie aushalten und Nachmittags nach der Arbeit ins Bett. Ich will gar nicht nachzählen, wie viele Feierabende ich „verlor“, da ich einfach nicht mehr „brauchbar“ war. An solchen Feierabenden kümmert sich Martin um alles drum herum, kocht uns z'Nacht und räumt danach Tisch und Küche auf.
Ich habe im letzten Jahr doch einige Therapieformen ausprobiert. Von Standard-Physio bis zu einem eher speziellen Phystio-Therapeuten, der auf seine eigene Art und Weise behandelte (jedoch nicht Krankenkassen anerkannt).
Physio ist zwar schön und gut, solange jemand an meiner Halswirbelsäule rumdrückt, zieht und massiert geht es mir auch besser. Meist hält es denn ein paar Tage, aber mir ist das nicht genug. Ich will selber, aktiv eine dauerhafte Besserung erreichen, mit welcher ich die Schmerzen jederzeit aus eigener Kraft in den Griff bekommen kann.
Im Juni 2019 (11 Monate nach dem Unfall) meldete ich mich für einen Halswirbelsäulen-Kurs an, 10 Stunden für 150 Euro (welche von der Krankenkasse übernommen werden).
Im Kurs lernten wir Übungen zur Stabilisation, Dehnung und Kräftigung der Wirbelsäule.
Nach drei Monaten konnte ich ein Muster erkennen. Wenn wir vorwiegend Kräftigungsübungen machten, ging es mir danach schlechter. Wenn wir dagegen viel Dehnten wurden die Schmerzen weniger.
Ich bin auf dem richtigen Weg, und so melde ich mich gleich anschliessend für einen anderen Kurs an, von dem ich bis eben noch nie was gehört habe; Engpassdehnungen nach Liebscher & Bracht / Schmerztherapie. Auch 10 Stunden für 150 Euro (plus 160 Euro für Material), nur das diesmal die Krankenkasse nicht zahlt. Egal, es ist ein Versuch Wert, nein ich MUSS es versuchen. Es ist mein Kopf, mein Leben....

Engpassdehnungen:
Den Dehnübungen geht immer eine Faszienmassage, welche jeder für sich selbst machen kann, voraus. Mit verschieden grossen Kugeln und Rollen. WOW, tut das gut. Die kleine Kugel, welche ich vorwiegend im Gesicht anwende, wird zu meinem täglichen Begleiter. Sogar auf die nächste Motorradreise in die Karpaten war sie dabei. Die grosse Kugel hab ich meist im Auto und auf dem Arbeitsplatz griffbereit. Die Rollen Zuhause für Übungen am Boden.
Zusammen mit den Engpassdehnungen, welche anfangs etwas sehr gewöhnungsbedürftig bei der Ausführung und Zeitintensiv sind, lindern sie meine Schmerzen. Sie tun MIR richtig GUT.
Der Kurs ist nicht speziell für Kopfschmerzen ausgelegt, sondern allgemein. Natürlich geht die Kursleiterin, Frau Mazzarrini auf unsere „Wehwehs“ ein, denn jeder der 5 Teilnehmer/in hat seinen individuellen Grund, warum er/sie dabei ist. Die eine Frau hat seit Ihrer Kindheit Schwindel und einem Mann sollte der Rücken operativ versteift werden. Hoffentlich hilft es auch Ihm und eine OP wird überflüssig.
Wir sind erst in der 6 Lektion. Und wir dürfen nicht erwarten, dass wir nach jahrelanger Fehlhaltung nun in 10 Stunden geheilt sind. Nein, das braucht Zeit und Durchhaltevermögen. Die Übungen sollten täglich und auch nach Kursende weitergeführt werden.
Der Körper funktioniert halt nicht nach dem Prinzip: Kaputte Birne auswechseln und es leuchtet wieder wie vorher.

In diesem Sinne wünsche ich euch allen: Bleibt gesund und schmerzfrei. Und schreckt nicht davon ab, vielleicht mal was Neues auszuprobieren. Aber bitte immer mit professioneller Unterstützung. Im Internet kursieren viele „Anleitungen“, doch nicht alle zeigens wies richtig geht.
Liebe Grüsse
Jasmin