Luftwirbel traveling...  offroad    

Stäuben im Piemont_2015

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Sportinia      &      Lago Nero

                                                                                                                          82 KM, davon 60 auf Schotter

Draussen regnet es. Dementsprechend lassen wir uns mit dem Frühstück Zeit. Ich habe grossen Respekt vor nassen und glitschigen Steinen. Wir nutzen die Zeit für Kartenstudium. Die Prognose verspricht auf den Nachmittag eine Wetterbesserung. Und tatsächlich. Kurz nach 13 Uhr stellt der Regen ein und wir düsen nach Sauze d’Oulx. Wir wollen das Skigebiet von Sestriere (Sportinia) unsicher machen.

Der Boden vom Regen noch nass und rutschig. Eine Herausforderung auf seine Art. Via ein Stück der Assietta zum Colle Basset über Kilometer lange Schottersträsschen durch Sportinia bis wir schlussendlich in Sestriere landen.

Wir fahren zurück zum Hotel zum Tanken. Und nun? Komm, lass uns nochmals zum Lago Nero fahren.

 

Da noch immer Nebelig und trüb, interessiert mich der See irgendwie nicht im geringsten. Die Anfahrtsstrecke ist in meinen Augen das tolle am Lago Nero. Ich fühl mich fit, es scheint, als hab ich nun den dreh raus. Mit einem riesen Grinsen und schon ordentlichem Tempo, die Ténéré vorneweg, schottern wir zum See hoch.

Das macht echt riesen Spass.

Ich will mehr und kann Dieter davon überzeugen, Richtung Lago dei sette colori zu fahren. Das letzte Stück ist gesperrt, man kann aber eine wunderbare Runde via Colle Bercia machen. Dieter ist skeptisch. Er kennt die Strecke, weist mich darauf hin, dass die Strecke um einiges schwerer/anspruchsvoller sein wird. Doch Madame, voll in Ihrem Element, will noch nicht zurück fahren, will die Herausforderung angehen, obwohl es schon wieder tröpfelt.

Bis zum Colle Bercia komm gut ich klar.

Weggabelung; Rechts ist Fahrverbot, links geht's zurück zum Lago Nero.

Die steil abwärts und recht grob geschotterten engen Kurven überfordern jedoch mein Können. Ich verlieren den Mut und die Angst überkommt mich. Wenden unmöglich. Wir müssen da runter. Mit geweiteten Pupillen, wackeligen Beinen und hochrotem Kopf krieg ich schlussendlich die Ténéré zum Lago Nero runter.

 

Warum ich in dieser Situation die Hilfe von Dieter nicht annehmen wollte, ist mir ein Rätsel. Er hätte mir das Motorrad durch die 5-6 problematischen Kurven gefahren, und alles wäre gut gewesen. Doch mein sturer Grind liess das nicht zu.

Ich verspreche Dieter, sollte ich mich das nächste mal wieder unsicher fühlen, mir von ihm helfen zu lassen, bevor ich in diesem Angstzustand verfalle.

Kaum im Hotel beginnt es erneut zu regnen.