top of page

Luftwirbel traveling... Karpaten

Reisetagebuch
Karpaten

Danach soll endlich wieder Schotter kommen. Doch dazu „muss“ ich erst eine riesige Asphaltiermaschine und ein Polizeiauto überholen. Wer oder was ist wohl das grössere Übel, frage ich mich beim „frechen“ vorbeifahren.

Das ich vielleicht hätte anhalten sollen, realisiere ich erst, als Martin im Rückspiegel zurückbleibt.

 

Also warte ich etwas weiter vorne und nutze die Zeit für ein Foto. Blick zurück. 

Blick nach vorne. In wenigen Stunden/Tagen wird hier ein schwarzes Asphaltband zwischen den Bäumen liegen. :-(

Ich muss nicht lange warten und natürlich klärt mich Martin auch direkt auf.

 

Der Polizist wollte wissen, woher wir gerade kommen. Martins Antwort: „Das weiss meine Frau“, und zeigt in meine Richtung.

Als nächstes möchte der Polizist wissen, wohin wir wollen.

 

Marin antwortet erneut: „Das weiss meine Frau.

 

Der Polizist grinst und wünscht einen schönen Tag.

So ist das nun Mal, wenn Martin Feuer und Frühstück macht und Jasmin die komplette Routenplanung. Und heute war die Planung etwas anspruchsvoller als nur von A nach B zu navigieren. Der Forstweg ist auf keiner unserer Karten eingezeichnet, und auch Garmin kennt hier keine Strasse. Wir machen also einen „Blindflug“ nach Koordinaten aus dem Offroad-Buch. Die wollen sorgfältig programmiert sein.

So fahren wir nun irgendwo in irgendeinen Wald, um anderswo (hoffentlich bei Zăbrătău) rauszukommen.

 

Umgeben von einem düsteren Nadelwalde schlängelt sich die breite Piste auf knapp 1100müM. Das macht ein Anstieg von 700 Höhenmeter.

Wir werden zu den letzten gehören, die hier noch Staub unter den Rädern spüren.

 

Die Asphaltiermaschinen werden Meter für Meter vorrücken und diese Piste unter einer harten Asphaltschicht begraben.

Schade. Wirklich sehr sehr schade.

​

Bis zum Dörfchen Comandău, welches wir 15 Kilometer später erreichen, ist alles planiert und „vorbereitet“.

​

Für die Menschen im Dorf ist eine Asphaltstrasse natürlich etwas tollen.

Nach Comandău beginnt ein Traumsträsschen. Absolut toller Schotter. Phänomenal. Nicht nur fahrerisch, sondern auch fürs Auge wunderschön. Es macht einen Riesen Spass und grosse Freude im gemütlichen Tempo zu stäuben. Nicht rasen, sondern gemütlich, geniessen, Endurowandern.

 

Gelegentlich etwas sandig.

Als wir, noch immer mitten im Wald, einen Holztisch entdecken, nehmen wir den direkt in Beschlag und machen Brotzeit.

Übrigens: Diese Wasserflasche, welches wir in der Ukraine kauften schmeckt voll salzig. Gar nicht unser Geschmack. Salzwasser zum Durst löschen. 

Seit 30ig Kilometer befinden wir uns auf Schotter und, mit Ausnahme vom Dörfchen Comandău, abseits jeglicher Zivilisation. Kein bewohntes Haus, keine Mountainbiker, keine Gassi gehende Hunde. Nichts. Rundherum nur Wald. Viel Wald.

 

Und genau hier bei diesem Holztisch führt eine schmale Hängebrücke über den Fluss Bâsca Mare zu einem Grundstück, wo, so scheint es zumindest, Menschen leben. Wie cool ist das denn?

Ob die Brücke hält? Blöde Frage, warum soll sie nicht halten. Möglicherweise der einzige Zugang zum Haus. Also, nebst der Möglichkeit, mit einem geeignetem Fahrzeug einfach durch den Bâsca Mare zu fahren. Spuren am Flussufer deuten definitiv darauf hin.

Aber für alle, die nicht gerade im Auto sitzen, wird wohl die Brücke die einzige Wahl sein. Massiv-Stabil gebaut sieht sie aus.

 

Wagemutig begeben wir uns auf die Hängebrücke, welche ganz ordentlich schaukelt. Zum Festhalten gibt es rechts und links nur ein Seil. Wir gehen bin in die Mitte und dann wieder zurück.

bottom of page