Luftwirbel traveling... to Pyrenees

Reisetagebuch

Camargue - Pyrenäen oriental

Ein Plan, ein Unfall und eine Reise mal anders:

Der Unfall:

 

Wir sind zu Besuch, trinken bei schönem Sommerwetter Kaffee und auf der Wiese wird mit dem Hund Fussball gespielt. Ich stehe neben dem Tisch als der Ball in unsere Richtung rollt. Ein Reflex den Ball zurück ins Feld zu kicken endet abrupt an der ausgefahrenen Sonnenstore. Frontal pralle ich dagegen und knalle rückwärts mit dem Hinterkopf auf dem Boden auf.

 

Eine Stimme fragt, ob ich aufstehen kann. Ich will es versuchen, doch ich hab keine Orientierung wo oben und unten ist. Alles dreht sich.

Vom Rest des Tages krieg ich nicht mehr viel mit.

Das Samstagsprogramm, mit dem Gummi Boot auf die Reuss, fällt wortwörtlich ins Wasser. Mir ist schwindelig und ich habe einen ordentlichen Brummschädel.

 

Der Arzt diagnostiziert ein Schädelhirntrauma und verordnet viel Ruhe.

Das CT vom Schädel deutet zum Glück auf keine Hirnblutung hin.

Martin´s Arbeitsgeber ermöglicht ihm Homeoffice, so dass er sich ganztags um seine „Zimmerleiche“ kümmern kann. Dass diese Flexibilität nicht selbstverständlich ist wissen wir zu schätzen und sind der Firma sehr dankbar.

 

Wenn Martin einkaufen fährt, passt ein Nachbar auf mich auf.

 

Gegen Ende der zweiten Woche lässt der Schwindel endlich nach. Aber das Kopfweh bleibt hartnäckig. Seit dem Umfall wache ich morgens mit Kopfschmerzen auf und gehe abends mit Kopfschmerzen ins Bett.

Seit 31 Tagen bin ich nun krankgeschrieben. Mein Denkapparat ist stark verlangsamt und auch mit dem logischen Denken hapert es noch.

 

Und doch, mir geht es tendenziell von Tag zu Tag immer wie besser.

 

Ich kann wieder im Haushalt mithelfen und möchte nächste Woche sogar zur Arbeit. Dass ich mein Projekt nicht mehr Termingerecht fertig kriege ist klar, aber vielleicht kann ich vor dem Urlaub noch etwas beisteuern.

 

Und auch wenn das Kopfweh stundenweise nachlässt, wird es noch eine ganze Weile dauern, bis wieder alles so ist wie vorher.

 

Die Ärzte gehen von einer kompletten Heilung aus. Ein MRT des Kopfs bestätigt auch nach vier Wochen, dass keine innere Blutung entstanden ist. Es braucht halt einfach ZEIT. Viel Zeit.