Luftwirbel traveling... to Pyrenees

Reisetagebuch

Camargue - Pyrenäen oriental

Ein Plan, ein Unfall und eine Reise mal anders:

Reisen mal anders

 

Neues Wissen über SHT:

 

- Heilung dauert länger als bisher angenommen

- Gefahr von Spätfolgen wie z.B. Demenz

- Beschwerdefrei bedeutet nicht verheilt

Das tückische daran, die Beschwerden sind weg, im Kopf dauert der Heilungsprozess aber noch über Wochen an.

 

 

Eine Mail von Martin:

„ Hi mein Markisengeschädigter Schatz,

[…………………] 

Mit diesen Erkenntnissen möchte ich in keinen Motorradurlaub starten. Da fahre ich hinter Dir her und sehe bildlich vor mir wie die gedehnten, gerade verheilen wollenden Nervenzellen, bei jedem Gasstoss wieder auseinandergeschüttelt werden 

Ich weiß wie Du Dich auf die Karpaten freust – aber bitte lass uns den Plan ändern und zusammen neue Ziele bestimmen. Wir können auch die Chefs fragen, ob wir verschieben dürfen.“

 

Abends besprechen wir Alternativen.

Den Zeitraum ändern wir nicht. 3 Wochen Urlaub ab 1 September.

 

Und schonen heisst nicht NICHTS unternehmen.

Es ist wie mit einer Bänderzerrung: Das Gelenk soll belastet werden, ABER, gleich ein Marathon laufen ist schlecht. Wenn die Zerrung nicht richtig ausheilt, kann es zu Spätfolgen kommen. Jetzt aber über mehrere Wochen das Bein gar nicht zu bewegen ist ebenso kontraproduktiv.

 

Und, genauso ist es mit dem Hirn.

Offroad-fahren in Rumänien ist jetzt effektiv keine gute Idee. Gar nichts machen aber auch nicht.

Theoretisch könnten wir den Graf Dracula ganz ohne Offroad besuchen, doch zurzeit scheint es unmögich, dass ich über 3000 KM fahren kann. Dass ich überhaupt Fahren kann.

Wie fühlt sich mein Kopf im Helm an? Wie ist es mit meiner Konzentration, den Kopfschmerzen, dem Schwindel? Was, wenn wir irgendwo unterwegs sind, und es mir plötzlich schlecht geht.

 

 

Die lange Abenteuerreise durch die Karpaten muss noch ein Jahr warten.

Martin nimmt mich an der Hand und führt mich zu unserem Globus, der im Wohnzimmer steht.

„Was hälst du davon, wenn wir uns einen Motorradanhänger mieten (oder kaufen) und zusammen mit dem Auto in die Pyrenäen fahren. Er zeigt mit dem Finger auf eine Gebirgskette, welche Frankreich und Spanien trennt. Und irgendwo dazwischen liegt noch das kleine Fürstentum Andorra. Wir können uns irgendwie vom Mittelmeer zum Atlantik oder umgekehrt bewegen.

Wir können, aber müssen nicht. Je nach meinem Wohlbefinden stehen uns viele Möglichkeiten offen. Von Sünnele am Strand, Wandern oder doch Motorradfahren. Während unserem Urlaub wird sich mein Zustand ja hoffentlich verbessern, so dass wir auch mal kleine Tagesausflüge mit dem Motorrad unternehmen können. Oder vielleicht sogar eine mehrtägige Tour, wo wir das Auto mit Anhänger halt irgendwo (auf einem Campingplatz) stehen lassen und per Zweirad unterwegs sind.

 

 

Die medizinische Grundversorgung in Frankreich ist nicht schlecht und egal was passiert, Madame ins Auto setzten und innerhalb von 24 Stunden sind wir zuhause.

 

 

 

Ich freue mich über diesen tollen Alternativplan und ich bin überzeugt, dass ich nach dem Urlaub wieder „die alte“ bin.