Luftwirbel traveling... to Pyrenees

Reisetagebuch

Camargue - Pyrenäen oriental

Jetzt aber schleunigst zurück zum Campingplatz Xixerella, denn die Vorbereitungen für die heutige Etappe ist schon voll im Gange.

Wir entdecken noch mehr von diesen Blättern. Zweifelsfrei, es handelt sich um Tabakblätter. Wow, so sind wir doch etwas erstaunt, denn unter „Tabakländern“ stellen wir uns eher Argentinien, Brasilien oder China vor.

 

In Andorra hat der Tabakanbau eine lange Geschichte und war der wichtigste Wirtschaftszweig des Landes, bevor er vom Tourismus abgelöst wurde.

 

Dass es die Plantagen heute in den Tälern von Andorra noch gibt, liegt schlicht daran, wie lukrativ das Geschäft mit dem Tabak ist. Eine Handvoll Fabriken im Lande stellt für große Marken wie Camel oder Marlboro her.

 

Eine Stange kann man in Andorra für um die 20 Euro kaufen und in Frankreich für 35 bis 40 Euro loswerden.

Nebst den Touristen, die ein paar Packungen mehr mitnehmen, als dass sie eigentlich dürften, bietet der Tabakschmuggel eine lukrative Möglichkeit, ein paar (Tausend) Euro dazuzuverdienen.

Die Bergpässe stecken voller Möglichkeiten, ungesehen über die Grenze zu kommen, und mit gefüllten Rucksäcke nach Frankreich oder Spanien zu „wandern“.

Zurück beim Campingplatz, Ténéré wieder vom Hänger abladen, aufsteigen und nun schnell in den südlichen Teil des Landes, bevor es hier kein durchkommen mehr gibt. Es ist schon ordentlich was los.

Absperrungen werden bereitgestellt, Banner aufgehängt und Polizisten positionieren sich.

 

Unterwegs entdecken wir einen Blaue-Tür-Laden. Genau so etwas hätten wir uns gestern gewünscht; einen kleinen Einkaufsladen. Natürlich kaufen wir da direkt ein. So müssen wir uns morgen nicht noch darum kümmern, sondern können in aller ruhe Andorra verlassen und uns an den neuen Ort verschieben. Noch wissen wir nicht, wo es uns hintreibt.

Man kann den Eindruck bekommen, dass hier jede noch so kleine Kreuzungen durch Kreisel ersetzt wurden. Teils sogar Zweispurig. Nur leider scheint hier keiner zu wissen, wie sich's durch Kreisel fährt. Es braucht Verkehrspolizisten, welche den Kreisverkehr "lotsen". Aber von „flüssig“ kann keine Rede sein

Einmal mitten durch die Hauptstadt Andorra la Vella und weiter nach Sant Julià de Lòria. Die gestrige Strassensperre ist natürlich aufgehoben und wir fahren das Strässchen hoch. Zu unserem erstaunen ist es kein Strässchen, sondern eine recht gut ausgebaute Strasse. Welche aber unglaublich toll zum fahren ist.

 

Die Strasse gabelt sich auf. Weiter oben treffen die beiden wieder aufeinander und Enden schlussendlich in einer Sackgasse (da wo es dann als 4x4 Piste zum Refugio weiter gehen soll).

Guck mal rechts. Das ist doch ne Rodelbahn.

Auf ca. 1600 Höhenmeter kommen wir an einem kleinen Freizeitpark vorbei. Hier wird noch fleissig ausgebaut. Wir ahnen nichts Böses und fahren weiter.

 

Wie oft haben wir uns in Andorra schon gewundert? Eigentlich ständig, doch das hier überbietet alles. Auf 2000müM stehen wir nun auf einem riesigen Parkplatz und schauen uns ungläubig um. Die Andorraner schaffen es doch tatsächlich auf jeden Berg etwas zu bauen. Wir haben hier oben ein bisschen Natur erwartet, irgend ein Stückchen nichts, vielleicht eine Beiz (Wirtshaus) zum Einkehren, doch hier ist Bespassung Pur angesagt. Ein gigantischer Freizeitpark. Zudem scheint hier der gestrige Zieleinlauf der Vuelta a España gewesen zu sein. Die Überreste der Ettapenfeier sind noch deutlich erkennbar. Da muss was los gewesen sein.

Zu Fuss erkunden wir den Platz.

 

Der Freizeitpark besteht aus zwei Etagen. Der untere Teil auf 1600 müM gehört übrigends mit dazu.

Heute Morgen fuhren wir mit Idee los, beim Refugi zu Picknicken. Die Tatsache aber, dass man da, wo die Piste zum Refugi beginnt, Bugis mieten kann, schreckt uns endgültig ab.

Hier hätten wir echt nicht übernachten wollen, halbwegs mitten im Freizeitpark-gedöns. Keine Ahnung, vielleicht liegt die Hütte ja auch abseits der Buggy-Piste.... wir wissen es nicht, und werden es heute auch nicht mehr erfahren.