Luftwirbel traveling... to Pyrenees

Reisetagebuch

Camargue - Pyrenäen oriental

Spontan biegt Martin von unserer programmierten Route ab. Ein Bauchgefühl. Er hält und fragt, ob ich was dagegen habe. Natürlich nicht. Denn genau so soll es doch sein. Wir sind frei und die gestern geplante Route ist alles andere als in den Stein gemeisselt.

 

Das Strässchen wird schmal und steigt etwas an. Weiter oben können wir uns ja auf der Karte zurecht suchen, doch jetzt fahren wir einfach mal nach Bauchgefühl und geniessen die Gegend.

Am Horizont taucht ein Monumentaler Berg auf. WOW, die Natur schafft schon kuriose Gebilde. Sehr speziell.

Das Strässchen wird nochmals etwas schmaler, der Asphalt löchriger und der Irreal-aussehende Berg kommt immer wie näher. Das wäre jetzt aber ein echter cooler Zufall, wenn unser Bauchgefühl-Strässchen uns direkt zu diesem Monument führt.

Bei einem der wenigen Schattenplätze eines Baumes picknicken wir. Ich habe ein bisschen Kopfweh, meine Augen sind müde und ich brauche eine Pause.

Martin studiert die Karte und tatsächlich: Dieses Strässchen, welches auf der Karte ohne Asphalt eingezeichnet ist, führt direkt zum Salto de Roldán, diesem unglaublich aussehendem Felsen.

Das was jetzt folgt ist wahrlich die schönste und spannendste Strecke. Doch leider bin ich seit dem Schädel-Hirn-Trauma irgendwie nicht mehr, oder noch nicht wieder, schwindelfrei. Rechts runter schauen geht gar nicht. Das Strässchen ist mir gefühlt zu eng und so wirklich geniessen kann ich es nicht. Viel eher sitze ich verkrampft hinten auf der Ténéré und halte mich mit beiden Händen an Martin fest. Normalerweise hantiere ich mit Fotoapparat, Kamera und bediene das Garmin. Nicht selten falte ich sogar die Strassenkarte auf und gucke was nach.

 

Doch jetzt sitze ich ruhig und bin froh, dass ich nicht selber fahren muss.

Ein kleiner Kiesplatz mit atemberaubender Aussicht. Das Strässchen, welches als Schotterpiste weiterführen wüde ist durch ein Fahrverbot „geschmückt“.

Wir fahren wieder zurück.....

...und erreichen irgendwann wieder unsere geplante Route, welche südlich des Nationalparks verläuft. Das war ein tolles Bauchgefühl von Martin.

Von hier aus ergibt sich eine nochmals ganz andere Perspektive vom Salto de Roldán. Faszinierend.

Unsere Route führt uns an vielen kleinen Dörfchen vorbei.

 

Jedes Dorf scheint so eine kleine Trutzburg für sich zu sein, welches meist auf einem Hügel thront. Die Hauptstrasse führt entweder am Fuss des Hügels oder direkt am Rande der Dörfer vorbei.

 

Anhand der Karte dachten wir eigentlich, wir würden nun durch all diese kleinen Dörfchen fahren und so einen Einblick ins Leben hier bekommen, doch die Strasse führt immer dran vorbei.

So im nach hinein betrachtet ist es schon gut, dass die Umfahrungsstrecke die Dörfchen vor dem (Massen) - Tourismus schützt. Wir sind ausserhalb der Saison und ziemlich alleine unterwegs. Doch in der Hauptsaison rollt hier bestimmt einiges auf zwei und vier Rädern vorbei.