Luftwirbel traveling... to Pyrenees

Reisetagebuch

Camargue - Pyrenäen oriental

Es folgt ein Dörfchen mit verfallenen Steinhäuser… und siehe da, da scheinen auch noch drei Häusschen bewohnt zu sein.

Hier endet die Strasse in einem Hof mit Zaun und einem schönen Garten.

 

Was soll´s. Wir setzten uns auf eine Steinbank und Picknicken. Baguette, Käse und Wurst. Echt friedlich hier.

Plötzlich durchbricht ein Motorengeräusch die Stille, und ein kleiner weisser Lieferwagen kommt gemächlich angefahren. Hupt zwei-dreimal und parkt Rückwärts neben „unserer“ Bank ein. Der Fahrer öffnet die Hecktüre und grüsst schon den ersten Mann, welcher mit einer leeren Tüte beim Fahrzeug eintrifft. Von den Häusern etwas weiter vorne kommen auch zwei Männer mit leeren Tüten angelaufen und alle treffen sich hinter dem weissen Bus.

Ey, das ist ein fahrender Einkaufsladen. Ich möchte unbedingt einen Blick ins Innere werfen und laufe interessiert-grüssend auf die Männer zu. Die freuen sich und fangen sofort an zu erzählen. Leider verstehen wir noch immer kein Spanisch. Wir dürfen rein schauen und Fotos machen.

Natürlich kaufen wir was. Ein Apfel und eine interessant aussehende Nektarine. Als alle (drei ältere Männer und wir) ihre Einkäufe erledigt haben, fährt der Laden wieder los, zurück ins Tal. Auch wir bedanken und verabschieden uns freundlich. Und als wir gerade abfahrbereit sind, winkt uns einer der Männer vom oberen Haus zu sich.

 

Auf einer „Info- Übersichtstafel“ zeigt er uns, wo wir sind und ganz stolz auf die grosse Schafsherde auf dem Foto. „Mis ovejas”, meine Schafe. Und er lächelt. Ein ehrliches und freudiges Lächeln.

Dann deutet er auf sein Haus, “mi casa„. Wieder lächelt er und geht vor… winkt uns zu sich… und wir folgen ihm zu seinem Haus.

Ziegen, Schafe, Hühner und sein Garten zeigt er uns.

Wir fragen nach seiner Señorita (Nur weil wir der spanischen Sprache nicht Mächtig sind, heisst das ja nicht, dass wir nicht in der Lage sind, einzelne Wörter zusammenzubröckeln und dabei fragend zu gucken).

Wenn –WENN-- wir Ihn richtig verstanden haben, so arbeitet seine Frau unten in der Stadt in einen Blumenladen. Er gibt uns eine Visitenkarte von jenem Blumengeschäft.

 

Das war ein echt schöner Einblick, welcher uns dieser fremde Mann ermöglichte.

Wir fahren wieder zurück. Über die "alte" Strasse, am Ruinendörfchen vorbei, zur Fabrik und runter auf die Hauptstrasse. Ab jetzt, immer Richtung "nach Hause".

Unterwegs entdecken wir eine Interessante Brücke aus Stein.

Da die Stadt Graus, in welcher seine Frau arbeitet, auf unserem Weg liegt, beschliessen wir spontan, in Ihrem Blumenladen vorbeizuschauen.

 

Die Überlandstrasse ist echt gut ausgebaut. Neuer Strassenbelag und wir kommen mit 100Km/h wirklich gut vorwärts. Plötzlich fängt die Ténéré an zu ruckeln und nimmt kein Gas mehr an. Eigenartig, so was hat sie noch nie gemacht. Martin zieht natürlich sofort die Kupplung. Noch während dem Ausrollen nimmt sie dann doch wieder Gas an und fährt weiter (als wäre nichts gewesen). Was war das für ein Aussetzter? Ein zweites defektes Motorrad, welches wir mit dem Hänger durch die Welt kutschieren können wir eigentlich nicht gebrauchen.

Da Graus nur noch 1 Kreisel entfernt ist, werden wir noch bis in die Stadt fahren und dort nach dem Problem schauen. Besser, oder sicherer als hier aufm Pannenstreifen anhalten, wo die LKW´s vorbeirauschen.

 

Graus, ob der Name Programm ist?

Im Kaffee direkt neben dem Blumenladen gönnen wir der Ténéré und uns eine Pause. Äusserlich sind keine Mängel feststellbar und auch sonst können wir nichts aussergewöhnliches entdecken.

 

Was ist blos mit der Ténéré los.

 

Der Blumenladen öffnet erst um 17 Uhr. So lange wollen wir jedoch nicht warten. Wir hinterlassen eine Notiz mit den besten Grüssen von uns (und ihrem Mann) und machen uns auf nach Hause.

Die Rückfahrt führt uns diesmal unten (südlich) am Embalse de El Grado direkt an der imposanten Talsperre vorbei.