Luftwirbel traveling... to Pyrenees

Reisetagebuch

Camargue - Pyrenäen oriental

Verschiebetag:

 

Mittwoch 19.09.2018

Spanien - Camargue

 

570 Kilometer:

Wir wachen auf und strecken den Kopf zum Zelt raus. Nebel, wie ich es aus dem herbstlichen Reusstal kenne.

Heute haben wir eine lange Fahrt von über 500 Kilometer vor uns.

Ja, es sind schon wieder drei Nächte rum, und wir wollen weiter ziehen.

Für die verbleibenden 4 Tage können wir entweder noch ein ganzes Stück Richtung Atlantik hasten, oder uns Richtung Heimat aufmachen. Wir entscheiden uns fürs gemütliche Reisen. Ein mega schöner Abschluss wäre doch, die letzte Zeltnacht nochmals in der Camargue zu verbringen und dann zum Wochenende bei Mami in der Schweiz sein.

 

Frühstücken, Ténéré aufladen und verzurren, alles aufräumen und los.

Nördlich verlassen wir den Naturpark Sierra de Guara und fahren direkt in Richtung der hohen Berge der Pyrenäen. Eine Strasse führt vom spanischen Ainsa nach Lannemezan in Frankreich.

Ohne Grenzkontrolle geht es durch den Scheiteltunnel des Túnel de Bielsa-Aragnouet.

Auf französischer Seite geht es nun durch die letzten 50 Kilometer schönste Bergwelt.

Ein Käseverkaufsstand am Strassenrand. Wir halten und kaufen dem sympatisch aussehendem Franzosen Käse ab. Ein super Snake für ein kleines Mittagessen. Baguette und Käse. An der frischen Luft. Lecker.

Die Welt vor uns wird flacher... und die Pyrenäen im Rückspiegel immer wie kleiner und kleiner, bis sie irgendwann ganz verschwinden. Der Autobahn folgen wir via Toulouse, Montpellier nach Arles. Natürlich wieder kostenpflichtig. Drei Zahlstellen passieren wir und werden für die insgesamt 426 Kilometer 29,60 Euro los.

18:50 Uhr erreichen wir den Camping la Briese, wo wir vor 16 Tagen unseren Urlaub starteten.

 

 

Aufmerksame Leser werden sich fragen, warum La Brise?

Warum steuern wir zielgerichtet genau jenen Campingplatz an, welcher uns am wenigsten sympathisch war und dazu noch am meisten kostete?

 

Ganz einfach, weil der einfach super Ideal liegt. Im Rhonedelta der Camargue und in Fussdistanz zum Städtchen Saintes-Maries-de-la-Mer. Von hier aus können wir morgen nochmals zu den Flamingos.

 

An der Anmeldung bekommen wir einen Sektor zugewiesen. Wir fragen, ob wir nicht auf Sektor-6 können (da waren wir das letzte Mal). Nein, dürfen wir nicht, denn diese Plätze seien mit Elektrizität ausgerüstet und somit für „Verbraucher“ reserviert.

Naja, solch eine Aussage würden wir ja durchaus verstehen, wenn viel los wäre, aber jetzt?

 

Wir schauen uns unseren zugewiesenen Platz an. Mein erster Gedanke; Hunde-klo-ecke.

 

So ein grosser, anonymer Massenplatz hat einen Vorteil; Es merkt keiner, wenn wir uns "versehentlich" auf den falschen Platz stellen. Und nein, hier an „unserem alten“ Stellplatz im Sektor 6 gibt es keinen Stromanschluss.

Eigentlich ist auch dieser Bereich ein prädestiniertes "Hundeklo". Die Hundemenschen können hinter den Büschen parallel zum Weg laufen und ungesehen den Stinker liegen lassen.

 

Doch wir haben jetzt ein anderes Problem: Ein doppelt beschädigtes Zelt zu reparieren.

In Spanien war es uns nach der letzten Notreparatur nicht mehr möglich, dass Zelt vernünftig abzubauen. Natürlich haben wir uns auf der Fahrt Gedanken gemacht, wie wir das Zelt nochmals gestellt kriegen.

 

Das gebrochene Element der Stange versuchen wir heraus zu operieren. Die Gummischnur, welche die Stangenelemente spannt, zerschneiden wir, ohne dass sie uns gleich „abhaut“.

Gekürzt knoten wir die Schnur wieder.

Da die eine Stange nun um ein Element kürzer ist, wird der Bogen kleiner und überträgt keine Spannung auf den Zeltstoff, welchen wir erneut mit Panzertape zukleben. Ohne die Spannung der Elemente hält er hoffentlich den grossen Riss aus.

 

Das Zelt steht.

Zu Fuss schlendern wir am Strand entlang ins Städtchen und steuern direkt das Restaurant an, in welchem wir beim letzten Mal schon essen waren. Wie erwartete werden wir nicht enttäuscht. sehr lecker und freundlich.