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Luftwirbel traveling...Canada

Edgewood BC [part 1]

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Tagsüber war ich selten in meinem „Zimmerchen“. Und auch zum schlafen verwendete ich es schon nach kurzer Zeit nicht mehr. Abends sassen George und ich meistens noch auf der Süd-Veranda des Rohbaus, tranken nen Budwiser und Philosophierten wieder über alles Mögliche oder genossen einfach die Geräusche der Wildnis. Da drüben heulte ein Wolf. Kurz darauf eine weitere Wolfsstimme. „Das müssen Deers sein, und hörst du das, das sind Kojoten“, erklärte mir George. 

Diese, noch nicht fertig gebaute Veranda verwandelte sich dann für mich auch schon bald zu Schlafplatz. Einfach Matratze raus und fertig. Die Matratze passte genau auf den Vorsprung. Ich sah nach unten, und überlegte mir, wann ich das letzte mal zum Bett heraus fiel. Hmmm, schon eine Weile her. Ich wagte es, und bereute es nicht. Die ersten Nächte auf der Matratze, links ging es ein Stockwerk runter (auf nen morschen Holzboden mit Metergrossen Löchern), hatte ich noch ein Mulmiges Gefühl. Was, wenn ich mich im Schlaf doch drehe und runter falle? Nach kurzer Zeit störte es mich auch überhaupt nicht mehr, am „Abhang“ einzuschlafen. 

George schlief nebenan im Schlafsack. Er hatte genauso wenig Interesse runter zufallen. 

Nachts waren die Geräusche der Tiere teilweise unmittelbar bei der Ranch. So suchte ich mit meinen Augen das Dunkle ab und mit der Taschenlampe entdeckte ich viele Augenpaare. Zu welchem Tieren die wohl gehören?

Der Sternenhimmel, der sich mir bot, war so etwas von Eindrücklich, sagenhaft. Und bei den Temperaturen war es sogar sehr angenehm.

Der schönste Schlafplatz.

Der Hühnerstall nahm Form an. Die Aussenwände waren fertig. Nun fuhr ich mit dem Innenausbau fort. Zuerst Isolierte ich die Wände nach aussen mit Glasfasermatte. Anschliessend deckte ich die gelbe Matte mit Gipsplatten ab. Es waren vor allem „Restplatten“, die aus anderen Räumen übrig blieben. So galt es „TETRIS“ zu spielen. Den Hühner, die hier einziehen werden, denen spielt das keine Rolle. Von den Kanadischen Rancher-Freunden ernteten wir sowieso ein Kopfschütteln für unser Hühnerhaus. „Thats too good for a Hennhouse!“, That‘s better than my House“, „There will survive a hurrican“, „Swiss delusions of grandeur“. George und ich lächelten zurück: „Schweizer Qualität eben“. 

Sie hatten ja nicht ganz Unrecht, das wussten wir auch. Unser Hühnerstall war tatsächlich stabiler gebaut als manches kanadische Wellblechhaus, in denen Menschen lebten. Einmal ein Sturm und die Wellblechhäuser fallen zusammen. Unser Hühner-Blockhaus mit Isolation war tatsächlich Luxus, indem man sogar selber leben (und den Winter überstehen) könnte.

 

Und noch waren wir ja noch nicht fertig. *grins

Der Innenraum war zweigeteilt (mit einer Wohnzimmertüre). Die Überlegung war, dass in der Trennwand eine Lege-Nische eingebaut wurde, von welcher wir die Eier vom Vorraum entnehmen konnten, ohne direkt zu den Hühnern rein zu müssen. Dieser Vorraum diente zugleich als Gerätekammer und „Lagerplatz“ für das Hühnerfutter. Zudem sollte in den Vorraum ein Holzofen, so dass die Hühner nicht erfrieren.

Die Lege-Nische baute George in der Zwischenzeit aus. Natürlich kleidete ich diese auch mit Gipsplatten ein...Einen kleinen Jux erlaubten wir uns: Derjenige, der den Hühnerstall einmal abreisst, der wird in der Innenwand, zwischen den Gipsplatten ein Budweiser finden. Ob es dann noch geniessbar ist….wer weiss, Hauptsache er freut sich über das gefundene Bier...

Grundsätzlich galt, je unwegsamer das Gelände, desto öfters mussten wir absteigen, vorgehen, oder sich den Trail zuerst zu Fuss betrachten, bevor wir weiter reiten konnte.

Den Vorraum wollte ich mit „Parket“ auslegen. Dazu verwendete ich von dem Zeder-Holz, dass wir aus Vernon hatten. Damit der Boden gleichmässig dick und schön aussah, hobelte ich die Latten vorgängig auf ein gleichmässiges Mass. Natürlich maschinell mit der Hobelmaschine. Ideale Arbeit für ein paar Regentage. 

Über ein paar Regentage freute sich auch die Landschaft. Es war die meiste Zeit über heiss und sehr trocken. Ein richtig prächtiger „Indian Summer“.

Manchmal an den schönen Sommertagen badeten wir (die Jungs und ich) Nachmittags im Inonoaklin, welcher immer wieder eine erfrischende Abkühlung bot. Meistens bevorzugte ich jedoch mit George weiterzubauen, als mit den Jungs am River zu planschten.

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