Luftwirbel traveling... offroad   

Stäuben im Piemont_2017

Schneefeld am Jafferau & 7 Farben                                                                       99 KM

Ich habe schlecht geschlafen.

 

Der Heuschnupfen plagt meine Nase. Cetrizin & co. zeigen bereits seit Tagen keine Wirkung. Ich muss zwingend in die Apotheke, vielleicht gibt es hier in Italien ja was stärkeres.

 

Theoretisch gibt es drei Anfahrmöglichkeiten zum Gipfelfort des Monte Jafferau.

 

Aufmerksame Leser Erinnern sich an meinen Tagebucheintrag vom 23.09.2016:

 

Von Salbertrand her versperrt jedoch ein blockierter, einsturzgefährdeter Tunnel die weiterfahrt zum Gipfel. Die sogenannte »Galleria Monte Seguret« oder auch »Galleria dei Saraceni« genannt. Hier kam es 2013 zu grösseren Ausbrüchen in der Decke, worauf der Tunnel gesperrt wurde.

Die Anfahrt von Salbertrand ist daher theoretisch nicht mehr „möglich“.
 

Motorräder, Fussgänger und MTB Fahrer passieren den Tunnel trotzdem. Es finden sich immer Mittel und Wege, um Steine und Aufschüttungen zu überwinden. Ob und wie man sich den Gefahren des bröckelnden Tunnels aussetzten möchte muss jeder selbst entscheiden.

 

An dieser Strecke liegt das Fort Pramand.

 

Von der anderes Seite her kann man via Gleise viele Höhenmeter auf Asphalt zurücklegen und passiert das Fort Foens. Von hier aus traversiert man auf ca. 2200MüM die Südflanke des Berges. Nicht schwierig, aber immer wieder schön zum fahren.

 

Auf diese Höhenstrasse kommt man auch direkt von Savoulx her via etwas mehr als 20 unbefestigte Serpentinen hoch.

 

Zu guter Letzt: Theoretisch kann man auch über die Skipiste von Bardonecchia den Gipfel stürmen

 

Soweit sogut. Dieses Jahr fahren wir via Gleise zum Fort Foen.

Weiter zu Verzweigung Jafferau/Tunnel. Die letzten zwei Jahre war die Piste am Hang entlang immer voller Pfützen und Schlammpassagen. Heuer staubtrocken. Nicht schwierig, dafür total funy zum fahren.

Beim Abzweiger Links Richtung Jafferau. Ein kleiner Stopp, um einen Blick auf den Einsturzgefährdeten Tunnel zu werfen. Immer wieder aufs neue imposant.

Weiter, ein paar Haarnadeln hoch, dem Jafferau entgegen. 160 Höhenmeter (3.8 Kilometer) vor dem Ziel versperrt uns ein Schneefeld die weiterfahrt.

Zugegeben; Juni ist schon ordentlich früh. Die Saison startet erst in 2 Wochen mit dem Treffen Stella Alpina (das höchstgelegene Motorradtreffen Europas). Uns war im Vorfeld bewusst, dass wir Möglicherweise auf Schneefelder treffen würden, auch dass wir das Hochplateau des Col de Sommeiller auf 3050 m Höhe wohl nicht erklingen können. Dass nun hier schon ein Schneefeld liegt, ist schade, aber kein Grund traurig zu sein.

Es sind lediglich Fussgänger und oder Tierspuren sichtbar. Wir könnten die ersten sein, die 2017 das Gipfelfort stürmen. Das Schneefeld ist nicht riesig. Für uns ist es jedoch unpassierbar.

 

Geübte und mutige Fahrer können es bestimmt umfahren...aber uns ist es ein bisschen zu Steil. Zumal wir ja hier auch wieder runter müssen.

 

Wenden, und die tolle Strecke zurück.

Kurz vor dem Fort Foen biegen wir links ab nach Savoulx. Jetzt gehts Haarnadel um haarnadel von über 2000müM auf 1300müM abwärts. Nicht steil, aber viele Kurven. Komme mit der Alp wunderbar zurecht, und schon sind wir unten.

Bei 2 Liter Wasser und Sandwich beratschlagen wir den weiteren Staubverlauf. Eigentlich wäre Punta Colomion naheliegend, aber da drüben zieht bereits ein heftiges Gewitter mit dunklen Wolken und Donner auf. Das beste wird sein, in ein anderes Tal zu wechseln. Und Tatsächlich, in Cesana ist das Wetter noch ok.

 

Seit gestern heisst es nicht mehr: „Noch kurz zum Lago Nero“, sondern beim Lago Nero vorbei: „zum Colle Bercia“. Und genau das machen wir jetzt, jedoch via Sagna Longa, also genau andersrum wie gestern.

 

Beim Colle Bercia fällt uns auf, dass die Verbotstafel zum Lago di Sette Colori nicht mehr da ist. Sie liegt auch nicht am Boden, sie ist tatsächlich weg. Wollen wir? Dieter möchte mir diesen See unbedingt zeigen, doch er ist sich auch bewusst, dass diese Strecke nicht zu unterschätzen (SG nach Denzel: 4-5) ist.

Ja, ich möchte es versuchen.

 

Die Strecke wunderschön.