Luftwirbel traveling... offroad   

Stäuben im Piemont_2018

Etwa nen halben Kilometer vor dem Ende der Grenzkammstrasse stossen wir auf einen Bagger. Bauarbeiter klopfen damit einen grossen Felsbrocken weg, welcher mitten auf der Piste liegt.

Kommen wir da durch? Dieter fährt langsam vor um die Situation zu beurteilen. Es wäre schliesslich nicht das erste Mal, dass wir wegen eines Felssturzes wenden müssen. Der superfreundliche Baggerfahrer fährt den Bagger zur Seite und lässt uns passieren.

 

Und da steht es auch schon, das Schild mit der Aufschrift Strada Chiusa.

Wir haben nichts Illegales gemacht, von unserer Seite her war sie ja schliesslich nicht geschlossen.

Ist halt schon blöd, wenn man „nur“ eine Einfahrt mit dem gesperrt Schild bestückt.

Jetzt ist auch nahvollziehbar, warum wir keinen Gegenverkehr antrafen. Grins.

Bei einem „kalten Plättli“ im Rifugio Alpe Pintas besprechen wir unser weiteres Vorgehen. Die „geschlossene“ Assietta zurück zu fahren können wir vergessen. Aber wir kennen keine weitere Möglichkeit, über Naturstrassen zurück nach Cesana zu gelangen. Es bleibt eigentlich nur die Option, den Colle delle Finestre nach Susa runter zu fahren und dann auf Asphalt zurück.

Da wir beide noch nie beim Rifugio Selleries waren, werden wir diesen kleinen Abstecher noch mitnehmen. Beim Selleries ist Sackgasse und die 10 km geht’s wieder zurück. Eine tolle Strecke. Ähnlich wie die Strecke zum Lago Nero.

Und nun wie gehabt, die gefühlt tausend Kurven des Finestres runter. Macht auch spass. Und vor allem, geht voll gut.

 

Tanken in Susa für 1,689 Euro/Liter.

 

Von Susa nach Cesana sind es ca. 34 KM Asphalt.

 

An einer roten Baustellenampel sind wir uns einig, oder anders ausgedrückt, haben wir dieselbe Idee, bei Salbertrand rechts abzubiegen. Von dort führt eine Strada militare zum Fort Pramand. Als tolle Schotterstrasse haben wir sie in Erinnerung. Letztes Jahr mussten wir jedoch nach rund 11 Kilometer umdrehen, denn es versperrten jede Menge umgefallene Bäume die Weiterfahrt bis zum Fort. Ein durchkommen war schlicht nicht möglich, und musste zuerst vom Förster wieder frei geschnitten werden.

Heute jedoch stehen wir schon nach 6 Kilometer vor einem unüberwindbaren Hindernis.

Auf den ersten Blick sieht es wieder nach Bäumen aus, aber dann wird uns schnell klar, dass hier eine Lawine die Zerstörung angerichtet hat.

Irgendwo unter der Schneemasse war einmal ein Steinbrückchen.

Wir können uns nicht vorstellen, dass es die Lawine überlebt hat. Die Wucht und die Gewalt welche hier runter kam, muss schon enorm gewesen sein.

Wir werden uns hüten, über die geschlossene Schneedecke zu fahren oder zu laufen. Unten durch fliesst ein Bergbach.

Ob die Zufahrt zum Pramand je wieder möglich ist, werden wir nächstes Jahr sehen.